Am Samstag, den 9. Mai 2026 wurde eine Großübung in den Forlenhöfen durchgeführt. Dem Ganzen ging eine Vorbereitungszeit von etwa einem halben Jahr voraus. Viele Vor-Ort-Termine sowie Gespräche mit den Eigentümern des Übungsobjektes fanden statt. Hinzu kamen Rücksprachen mit allen beteiligten Feuerwehren sowie ein ca. 20-seitiges Übungsdrehbuch mit Einspielungen und ausgearbeiteten Szenarien.

Großalarm am Morgen

Pünktlich um 9 Uhr ertönten die Funkmeldeempfänger der Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Ittlingen, ebenso heulten die Zivilschutzsirenen im Gemeindegebiet. Großalarm für die Feuerwehr – auf den Meldeempfängern erschien die Meldung „Brand landwirtschaftliches Anwesen“.

Kurze Zeit nach der Alarmierung rückte das HLF 10 (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug) und kurz darauf das MZF (Mehrzweckfahrzeug) zur Einsatzstelle an den Forlenhöfen aus. Kurze Zeit später folgten das TLF (Tanklöschfahrzeug) sowie das LF 8/6 (Löschgruppenfahrzeug). Von der Übungsleitung wurde dem Einsatzleiter vom Dienst ein Foto für die Anfahrt zur Einsatzstelle übergeben. Abgebildet war eine große schwarze Rauchwolke über der Einsatzstelle. Daraufhin meldete dieser eine Lage auf Sicht an die Übungsleitstelle, welche umgehend weitere Einsatzmittel sowie Einsatzkräfte alarmierte.

Tiere können gerettet werden

Nach dem Eintreffen des ersten Fahrzeugs an der Einsatzstelle und der Befragung der Eigentümer bestätigte sich die Lage: Dem Einsatzleiter wurde mitgeteilt, dass es im Bereich des Strohlagers zu einem Brandereignis gekommen sei und sich das Feuer schnell auf den Dachstuhl des Gebäudes ausgebreitet habe. Da es sich um einen Kuhstall sowie eine Maschinenhalle handelte, wurde die Rettung der Tiere priorisiert. Diese wurden fiktiv durch den Eigentümer gerettet, während die Maschinen dem Feuer zum Opfer fielen.

Massiver Löschangriff – Löschwasser wird knapp

Die Besatzung des HLF 10 sowie die des TLF 16/25 erhielten den Einsatzbefehl zur Brandbekämpfung im Innen- und Außenbereich des Gebäudes. Unter schwerem Atemschutz gingen mehrere Trupps zum Innenangriff in das Gebäude vor. Mehrere Strahlrohre wurden im Außenbereich zum Löschangriff aufgebaut. Da das in den Fahrzeugtanks mitgeführte Löschwasser nicht lange ausreichen würde, baute die Besatzung des LF 8/6 unter Zuhilfenahme des Schlauchanhängers sowie der Tragkraftspritze eine Wasserversorgung aus einer ca. 500 Meter entfernten Löschwasserzisterne auf. Die nachgerückten Kräfte aus Kirchardt und Eppingen bekamen Einsatzabschnitte auf der Rückseite des Gebäudes zugeteilt. Über die Drehleiter der Feuerwehr Eppingen wurde mit dem Wenderohr ein Löschangriff über das Dach eingeleitet sowie mehrere Rohre zur Riegelstellung eingesetzt. Unterstützt wurden sie dabei von den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Kirchardt. Im rückwärtigen Bereich des Gebäudes befand sich ein größerer Dieseltank, der mit mehreren Riegelstellungen vor dem Feuer geschützt wurde. 

2,5 Kilometer lange Schlauchleitung sichert Wasserversorgung

Im weiteren Übungsverlauf baute der mitalarmierte Wasserförderungszug aus Bad Rappenau (bestehend aus den Feuerwehrabteilungen Grombach und Obergimpern) eine Wasserförderstrecke von knapp 2,5 Kilometern aus der im Ort befindlichen Elsenz auf. Mit mehreren Verstärkerpumpen wurde das Löschwasser über die Schlauchleitung in einen Faltbehälter, welcher ca. 15.000 Liter Wasser fassen kann, gefördert und an der Einsatzstelle mit einer weiteren Pumpe an die Löschfahrzeuge verteilt. Somit war die Löschwasserversorgung permanent sichergestellt. 

Da es sich bei diesem Übungsszenario um eine Großschadenslage handelte, wurde die Führungsunterstützungseinheit sowie der ELW 2 (Einsatzleitwagen) des Landkreises im weiteren Übungsverlauf nachgefordert. Beim ELW 2 handelt es sich um eine mobile Einsatzzentrale mit Funk- und Computertechnik zur Unterstützung bei großen Einsatzlagen. Diese Einheiten wurden durch die Feuerwehren Neckarsulm, Bad Friedrichshall, Gundelsheim und Bad Wimpfen gestellt. Auch hier wurden vom Übungsleiter verschiedene Szenarien vorbereitet, welche die Kameradinnen und Kameraden gemeinsam mit dem Einsatzleiter abzuarbeiten hatten.

Durch den enormen Bedarf an Atemschutzgeräten wurde von der Feuerwehr Eppingen mit ihrem Gerätewagen Hygiene ein Atemschutzsammelplatz eingerichtet. Nach ca. drei Stunden wurde die Übung beendet und die Einsatzbereitschaft wiederhergestellt. Im Anschluss gab es im Ittlinger Gerätehaus eine Manöverkritik und eine Verpflegung.

Resümee 

Durch die Problematik der Löschwasserversorgung im Außenbereich sowie im Bereich der Forlenhöfe war die Einbindung des Wasserförderungszuges aus Bad Rappenau ein voller Erfolg und zeigte, dass die Kameradinnen und Kameraden bei einem Schadensereignis unverzüglich hinzugezogen werden müssen, um eine ausreichende Löschwasserversorgung sicherzustellen. Ebenso zeigte sich, dass die Zusammenarbeit aller Feuerwehren vorbildlich und hervorragend funktionierte und die Übung allen Beteiligten großen Spaß gemacht hat. An der Übung nahmen rund 110 Einsatzkräfte mit 30 Feuerwehrfahrzeugen teil.

Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligte,
gez. Florian Hernik, Feuerwehrkommandant

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